Der erste Eindruck täuscht! Die Photoarbeiten von Gregory Crewdson (*1967 Brooklyn), die derzeit in einer breit angelegten Retrospektive im Kunstmuseum Bonn präsentiert werden, sind alles andere als Beschreibungen des US-amerikanischen Alltagslebens, auch wenn es auf den allerersten Blick so scheint.

Seine aufwändig inszenierten Aufnahmen durchdringen die Oberfläche des Alltäglichen. Die Menschen, die in seinen „single frame movies“ ihren verstörenden Auftritt haben, gemahnen an eine Bewusstseinsebene, auf der ungesehene Geschehnisse wie ein fernes Echo die Bildregie übernommen haben.

Vor diesen Arbeiten schwankt jede Gewissheit und David Lynch grüßt ebenso herüber, wie Raymond Carver und Edward Hopper. Das Betrachten dieser Photos fordert den Austausch, um wieder festen Boden unter den Füssen zu bekommen.

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Olaf Mextorf, Oktober 2025 – Februar 2026